Fünf – eine magische Zahl

Die Digitalkünstlerin Quentin Jones ist jung, schön und noch dazu talentiert. Ihre Arbeiten eröffnen neue Betrachtungsweisen für Mode und Kosmetik. Rechtzeitig zum Valentinstag bringt sie nun ihre kreative Ader in eine Sonderkollaboration mit Bally ein.

Valentine's Day

Die 35-Jährige sorgt im digitalen Kunstraum bereits für Furore und macht mit Werken auf sich aufmerksam, die Kunst und Kommerz auf eingängige Art miteinander verschmelzen. Laut der in Toronto geborenen und in London lebenden Künstlerin sind ihr steiler Aufstieg und ihre Bekanntheit auf Instagram, wo man ihre faszinierenden Video- und Printcollagen bewundern kann, reiner Zufall.

Künstlerische Neigungen liegen bei Quentin Jones in der Familie: Ihre Eltern sind Architekten, ihr Großvater ist Bildhauer und Autodesigner und ihre Großmutter ebenfalls Bildhauerin und Porträtmalerin. Jones selbst fotografierte und malte schon als Kind und produzierte sogar Trickfilme. Im letzten Jahr ihres Master-Studiums der Illustration an der berühmten Londoner Kunsthochschule Central Saint Martins wechselte sie von Farben und Zeichenstiften zu Fotografie und Collagen. Da sie bereits als Model gearbeitet hatte, konnte sie ihre Kontakte in der Modebranche nutzen, um kurz nach dem Abschluss ihres Studiums einige Aufträge für Videos an Land zu ziehen. „Mein erstes Projekt nach der Uni war ein Fashion-Film, bei dem ich bewegte Bilder und Videos, die ich von Models einer Herrenmarke aus der Savile Row aufgenommen hatte, miteinander kombinierte. Mein nächster Film war für Chanel Kosmetik“, erinnert sie sich. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Valentine's Day

Ihren ungewöhnlichen Vornamen, der normalerweise Jungen vorbehalten ist, verdankt sie ihrem Vater – sie war sein fünftes Kind, und der aus dem Lateinischen stammende Name war bei den Römern als „Quintis“ dem fünften Kind vorbehalten. „Ich bin damit groß geworden, dass man mich für männlich hält“, erklärt Jones. Dass sie alles andere ist, mag den ein oder anderen überraschen. Die bescheidene Künstlerin überrascht dagegen ihr momentaner Erfolg. Vor allem die Tatsache, dass ihre Arbeiten bereits „Dalis der Moderne“ genannt wurden, überrascht sie nicht nur, sondern schmeichelt ihr auch. „Das ist ein unglaubliches Kompliment. Die Surrealisten zählten früher zu meinen Favoriten und haben mich natürlich auch beeinflusst. Zum Beispiel versuche ich, die Dinge nicht auf die übliche Weise zu sehen.“ Auch der Vergleich mit Elsa Schiaparelli liegt nahe, einer Surrealistin, die ihre Kunst auf Bekleidung anwendete. „Sie war wie ich von Gesichtszügen fasziniert und hauchte unbelebten Objekten Leben ein, indem sie ihnen ein Gesicht verlieh. Außerdem arbeitete sie ebenfalls in der Modewelt und betrachtete ihre Projekte eher als Kunstwerke und weniger aus einem offensichtlich kommerziellen Blickwinkel.“ Jones' bahnbrechendes Musikvideo zu „Tongue Tied“ zeigt Miley Cyrus im Pseudo-Bondage-Look und ist wohl der beste Beweis für ihre nichtkommerzielle Einstellung.

Valentine's Day

Aber der Surrealismus ist nicht ihre einzige Leidenschaft. Jones begeistert sich im Moment besonders für ihren kleinen Sohn – der flachsblonde Lockenkopf taucht immer wieder auf ihrer Instagram-Seite auf. Für das Videoprojekt mit Bally wollte sie, wie sie sagt, etwas schaffen, das „kapriziös und spielerisch zu den Bildern passt – mit den Bally Swiss Hearts in der Beleuchtung spielen, statt sie tatsächlich abzubilden, und so etwas wie bewegliche Puzzles entwerfen.“ Jeder wahre Künstler schöpft aus der Erfahrung. Und was Herzensangelegenheiten angeht, kann Jones ihren Teil davon vorweisen. „Meine erste Liebe war ein Junge an der Universität. Wir haben uns gegenseitig das Leben zur Hölle, aber auch zum Himmel gemacht.“ Erinnert ein wenig an ihre Arbeit – das Mischen von Schönheit und Zerstörung in Bildern und Clips. Doch große Kunst fällt nun einmal gern von einem Extrem ins andere.